{"id":488,"date":"2019-09-11T07:00:07","date_gmt":"2019-09-11T05:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/sens.diktum.website\/minga\/"},"modified":"2020-07-07T15:46:27","modified_gmt":"2020-07-07T13:46:27","slug":"minga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sens.diktum.website\/fr\/minga\/","title":{"rendered":"Die Solawi-Genossenschaft Minga vo Meile im Portr\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Von Lukas und Jeannine van Puijenbroeks Wohnung im dritten Stock des Aebletenhofs blickt man herrlich \u00fcber Weinreben auf den Z\u00fcrichsee. Hier, ausserhalb von Meilen haben sie vor drei Jahren die Genossenschaft Gemeinschaftsgarten Minga vo Meile gegr\u00fcndet.*<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Nach einer Landwirtschaftsausbildung war f\u00fcr Lukas klar, dass er die solidarische Landwirtschaft voranbringen m\u00f6chte. Zusammen mit seiner Partnerin Jeannine, sie ist ausgebildete Primarlehrerin, hat er hier mit Minga vo Meile seine Berufung gefunden.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Dank dem Land von den Vorfahren war ein erster Meilenstein geschafft. Dann haben die beiden eine Genossenschaft gegr\u00fcndet. \u00abF\u00fcr eine solidarische Landwirtschaft braucht es Menschen, die mitwirken. Wir wollen m\u00f6glichst wenige Maschinen einsetzen, daf\u00fcr umso mehr H\u00e4nde, die mithelfen\u00bb, meint Lukas. So habe man eine Genossenschaft gegr\u00fcndet, und vom Genossenschaftskapital die notwendigsten Investitionen get\u00e4tigt. Momentan sind es \u00fcber 50 Genossenschafter*innen, von diesen haben viele einen Selbsternte-Pass.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Das funktioniert so: Wenn man einen Selbsternte-Pass f\u00fcr ein Jahr l\u00f6st, darf man daf\u00fcr w\u00f6chentlich Obst, Gem\u00fcse, Kr\u00e4uter, Pilze und Blumen selber ernten. Zudem verpflichtet man sich, vier Mal pro Jahr f\u00fcr vier Stunden auf dem Feld mitzuhelfen.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Mit dem Selbsternte-Pass System wurden gleich zwei Herausforderungen gel\u00f6st: Zum einen hatten Lukas und Jeannine auf dem Hof praktisch keine Lagerm\u00f6glichkeiten f\u00fcr geerntetes Gem\u00fcse. Zudem wird bei der Selbst-Ernte auch die Gemeinschaft unter den Genossenschaftern gepflegt, es entsteht die M\u00f6glichkeit zum Austausch.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Der Gemeinschaftsgarten Minga vo Meile ist ein Pionierbetrieb. So wurde zusammen mit Expert*innen aus Deutschland auf einem Teil der Fl\u00e4che ein Agrarforstwirtschaftsystem eingerichtet. Dabei werden Elemente des Ackerbaus und der Forstwirtschaft zusammengef\u00fchrt. So werden Obstb\u00e4ume in n\u00e4chster N\u00e4he zu mehrj\u00e4hrigen Gem\u00fcsesorten gepflanzt, die voneinander profitieren. \u00abDurch unsere Pioniert\u00e4tigkeit wurde auch schon die ETH und andere Forschungseinrichtungen auf uns aufmerksam. Es besuchen uns auch Interessierte aus ganz Europa\u00bb, freut sich Jeannine. Diese Projekte tragen dazu bei, dass im Gemeinschaftsgarten Minga vo Meile Biodiversit\u00e4t konkret gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Auch sonst ist die Genossenschaft nicht \u00abnur\u00bb am Pflanzen und Ernten. Schulen und Kindergarten besuchen den Hof im Rahmen der Umweltbildung, \u00f6ffentliche Anl\u00e4sse zu Themen wie Saatgut werden mit anderen Organisationen durchgef\u00fchrt. Zudem besteht ein enger Austausch mit anderen Solawi-Genossenschaften in der Schweiz.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Herausforderungen f\u00fcr die Genossenschaft sehen die beiden in gewissen bestehenden Gesetzen. Wenn eine Genossenschaft involviert ist, ist es nicht einfach, als landwirtschaftlicher Betrieb anerkannt zu werden. Schnell kommt der Verdacht auf, der Landwirt w\u00fcrde das unternehmerische Risiko nicht selber tragen. W\u00fcrde die Genossenschaft das Gem\u00fcse produzieren, w\u00e4re das auch der Fall. Das trifft hier aber nicht zu.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Jeannine und Lukas geben aber vor solchen Herausforderungen nicht auf. In den n\u00e4chsten Jahren wollen die beiden zudem einen Teil der bestehenden Reben bewirtschaften und damit Wein herstellen.<\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Infos zur solidarischen Landwirtschaft: <a href=\"https:\/\/www.solawi.ch\/\">https:\/\/www.solawi.ch\/<\/a><\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">Infos zum Gemeinschaftsgarten Minga vo Meile: <a href=\"https:\/\/minga.ch\/\">https:\/\/minga.ch\/<\/a><\/p>\n<p class=\"\" style=\"white-space: pre-wrap;\">*Die Genossenschaft Minga vo Meile hat das Gewinnspiel zur Genossenschaftsstudie des VMI der Universit\u00e4t Fribourg gewonnen. Dabei entstand dieser Blogbeitrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Lukas und Jeannine van Puijenbroeks Wohnung im dritten Stock des Aebletenhofs blickt man herrlich \u00fcber Weinreben auf den Z\u00fcrichsee. 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